normatherm®

Technik

Technik made in Germany

 

Was passiert nun beim Anfeuern des normatherm Kaminofens. Nach dem Anfeuern werden zunächst die im Inneren vorhandenen ca. 70 Liter Wasser aufgeheizt, die als Kesselwasser im Kaminofen vorhanden sind. Somit wird zuerst und vorrangig der Aufstellungsraum beheizt. Steigt die Temperatur des Wassers durch das Feuer weiter an, reagiert ein bereits werkseitig eingebauter Regelthermostat, der als als „Energiefühler“ dient und zum Beispiel auf 70°C eingestellt ist. Er „bemerkt“ das Überschreiten der vorgewählten Temperatur und schaltet eine Umwälzpumpe ein, die im Heizungskreislauf des Hauses und meistens in der Nähe der Zentralheizungsanlage eingebaut wird. Diese Umwälzpumpe ist Teil der Zentralheizungsanlage und auch direkt mit deren Heizungskreislauf verbunden. Die Umwälzpumpe pumpt nun das Wasser der Zentralheizungsanlage durch einen bereits komplett im Kaminofen SolCourant eingebauten Wärmetauscher und das Wasser der Zentralheizungsanlage wird erhitzt. Dieser Wärmetauscher befindet sich innerhalb und wird von den heißen, ca. 70 l Wasser im Kaminofen umspült. Das so vom Kaminholz erhitzte Wasser kann z.B. der Zentralheizungsanlage oder einem Pufferspeicher zur weiteren Verteilung im ganzen Haus zur Verfügung gestellt werden. Somit wird über den Wärmetauscher, der bereits komplett und anschlussbereit im Kaminofen eingebaut ist, die bereitgestellte und überschüssige erzeugte Wärme in die Heizkörper der anderen Räume oder auch an einen Warmwasserspeicher abgeführt. Sinkt die Wassertemperatur unter die eingestellten 70°C schaltet die Umwälzpumpe automatisch wieder ab.

 

Durch dieses Konstruktionsprinzip wird der Aufstellungsraum immer vorrangig beheizt. Dabei wird die weitere Wärme des Kaminofens über die Zentralheizungsanlage im ganzen Haus verteilt. Das Wasser im Kaminofen und das Wasser in der Zentralheizungsanlage sind stets durch den Wärmetauscher getrennt und werden nicht miteinander ausgetauscht. Die Energieweitergabe an die Zentralheizungsanlage erfolgt stets über den im Kaminofen eingebauten Wärmetauscher, so dass der Kaminofen stets drucklos betrieben wird. Das bietet Ihnen eine systembedingte und inhärente Sicherheit.

 

Übrigens sorgt der im wasserführendem Kaminofen Modell SolCourant fest eingebaute Wärmetauscher auch dafür, dass eine sonst übliche Rücklauftemperaturanhebung nicht benötigt wird, was natürlich Einbaukosten spart.

 

Infos zur Errichtung

 

Der normatherm Kaminofen ist bereits mit allen erforderlichen Sicherheitseinrichtungen ausgestattet. Zum Betrieb werden nur zwei Rohrleitungen benötigt. Diese beiden Rohrleitungen sind für den Vorlauf und den Rücklauf des erwärmten Wassers vorgesehen. Sie müssen vom Kaminofen zum Heizungsnetz geführt werden. Aus Gründen der Bequemlichkeit kann zusätzlich eine Leitung zu einem Abfluss geführt werden, damit man das interne Wasser einfacher entleeren kann. Natürlich kann man das Wasser auch einfach mit einem Schlauch entleeren. Weiterhin wird ein Stromanschluss für die Umwälzpumpe benötigt. Die Umwälzpumpe muss nicht in der Nähe des Kaminofens eingebaut werden sondern kann, wie meist praktiziert, natürlich auch an anderer Stelle im Haus z.B. im Bereich der Zentralheizungsanlage eingebaut werden. Wichtig ist nur, das sie so im Heizungskreislauf integriert ist, dass der Regelthermostat des Kaminofens sie ein- und ausschalten kann und die Pumpe bei Betrieb die Wärme aus dem normatherm Kaminofen in ihr Wohnhaus abführt. In diesem Fall kann auch ein Stromanschluss an anderer Stelle im Haus genutzt werden.

 

Der Anschluss des Kaminofens an den Schornstein erfolgt über ein nach oben geführtes Rauchrohr (Durchmesser 150 mm). Die für die Verbrennung im Kaninofen benötigte Frischluft für die Verbrennung kann über eine separate Zuluftleitung von außen zugeführt werden, oder sie wird vom Kaminofen einfach direkt aus dem Aufstellungsraum genommen. Es können durch den Kaminofen z.B. bis zu sieben Heizkörper mit Heißwasser versorgt werden und für eine komfortable Wärmespeicherung bietet sich die Verwendung eines Heißwasserspeichers an. Geeignete, bereits vorhandene Heißwasserspeicher, z.B. bei einer Solaranlage, können natürlich auch vom Kaminofen genutzt werden.

 

Sind mehr als sieben Heizkörper mit Wärme zu versorgen, kann der normatherm Kaminofen als Zweitheizung die Grundlast der Wärmeleistung liefern und in der Übergangszeit im Herbst und Frühjahr vermutlich komplett die benötigte Wärme liefern. Falls der normatherm Kaminofen im Solobetrieb genutzt werden soll, so ist wie bei jeder Heizungsanlage auch ein Ausdehnungsgefäß in die Heizungsanlage einzubauen. Wird er als Zweitheizung genutzt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit schon ein Ausdehnungsgefäß vorhanden, das ausreichend ist.

 

Anforderungen an den Schornstein

 

Der Schornstein hat die Aufgabe die Rauchgase des Kaminofens aufzunehmen und ins Freie zu führen. Der Kaminofen wird hierzu mittels eines Rauchrohres (Durchmesser 150 mm) an den Schornstein angeschlossen. Für eine gute Ableitung der Rauchgase ins Freie  ist vom Schornstein ein Naturzug (Schornsteinzug) von mindestens 12 Pa bereitzustellen. Ein Schornstein mit den Abmessungen von 14 cm x 14 cm oder 15 cm Durchmesser und einer ausreichenden effektiven Höhe von mehr als 4,5 m erfüllt erfahrungsgemäß diese technischen Anforderungen. Ein Schornstein mit größeren Abmessungen verursacht evtl. einen erhöhten Zug im Rauchgas. Zu dessen einfacher Begrenzung ist dann im Schornstein evtl. ein herkömmlicher Zugbegrenzer zu installieren.

 

Falls der SolCourant an einen Schornsteinzug angeschlossen werden soll, an dem bereits eine Feuerungsanlage angeschlossen ist, fragen Sie ihren Schornsteinfeger, ob dieses technisch möglich ist. Er kennt die örtlichen Gegebenheiten und kann aufgrund seiner Kenntnisse die Freigabe hierzu erteilen.

 

Unser Tipp: Fragen Sie Ihren Bezirksschornsteinfegermeister schon in der Planungsphase, ob der Schornstein für den Kaminofen technisch geeignet ist, oder ob sonstige technische Anforderungen gegen den Aufbau in Ihrem Haus sprechen. Da nach dem Einbau eines Kaminofens gemäß den gesetzlichen Regelungen auf jeden Fall eine bautechnische Abnahme der Feuerungsanlage mit dem Kaminofen und dem Schornstein erfolgen muss, ist es ratsam, schon frühzeitig den Rat des Schornsteinfegermeisters einzuholen.

 

Details zur Sicherheitstechnik

 

Der normatherm Kaminofen hat als moderne Feuerstätte natürlich bereits alle Sicherheitseinrichtungen vorinstalliert. So schließt der eingebaute Feuerungsregler des Kaminofens automatisch die Zuluftklappe, wenn z.B. ein Stromausfall oder ein Defekt an einer Umwälzpumpe den Abtransport der Energie verhindern. Die Feuerungsleistung wird dadurch reduziert.

Doch das Beste: Da der Kaminofen als offene Anlage konzipiert ist, kann sich unmöglich ein hoher Druck aufbauen, dies gilt selbst bei Stromausfall oder bei Versagen des Feuerungsreglers, z.B. bei einem Erdbeben. Das ist gemeint, wenn wir von eingebauter, inhärenter Sicherheitstechnik sprechen.

 

Bemerkung: Der wasserführende Kaminofen SolCourant ist weiterhin mit einer normatherm-spezifischen Sicherheitseinrichtung ausgestattet, die gegenüber den üblichen Thermischen Ablaufsicherungen sicherer arbeitet, da sie sowohl stromlos ist als auch unabhängig vom Hauswassernetz arbeitet. Sollte z.B. bei einem technischen Defekt in der Zentralheizungsanlage im Kaminofen eine Temperatur von ca. 100 °C erreicht werden, so wird auch das Wasser natürlich anfangen zu kochen. Der entstehende Wasserdampf hebt nun im Kaminofen einen dafür vorgesehenen Deckel einfach an und der Dampf kann ungehindert zusammen mit dem Rauchgas ins Freie entweichen. Im Prinzip wie bei einem Kochtopf mit leicht aufliegendem Deckel, in dem Wasser kocht. Wobei das kochende Wasser den Deckel stets leicht anhebt und sich von selbst wieder verschließt. Dabei gelangt der entweichende Wasserdampf nur in das Rauchgas (und selbstredend nicht in Ihr Kaminzimmer) und wird mit diesem sicher durch den Schornstein ins Freie geführt. Ein Schornstein ist übrigens immer auch für den Transport von Wasserdampf technisch ausgelegt und nimmt hierbei natürlich keinen Schaden. Sinkt die Temperatur im Kaminofen wieder, so schließt sich auch der Deckel wieder selbsttätig.
Das verkochete Wasser ist nach der Behebung des Defektes oder nach der Wiederherstellung der Stromversorgung wieder aufzufüllen, damit der volle Funktionsumfang eines wasserführenden Kaminofens wieder hergestellt ist. Hierfür kann einfach der bereits montierte Auffüllschlauch am SolCourant genutzt werden.

 

Abmessungen und technische Daten

 

Die Abmessungen des Kaminofens betragen:

  • Frontbreite 570 mm,
  • Tiefe Seitenverkleidung 610 mm,
  • Tiefe Tür bis Rauchgasaustritt 710 mm
  • Höhe 1020 mm (incl. Abdeckung),
  • Gewicht ca. 173 kg (ohne Wasserinhalt).

 

Der technische Wirkungsgrad des wasserführenden Kaminofens beträgt 77 %. Wie TÜV Untersuchungen belegen, verteilen sich die 24,6 kW maximale Gesamtleistung (Input) auf 13,5 kW wasserseitiger Leistung (Output 1 für die Zentralheizungsanlage) und weitere 5,4 kW für den Aufstellungsraum (Output 2 im Kaminzimmer).

 

Nur zur Info am Rande; die verbleibenden 5,7 kW sind nicht verloren, sie dienen zur Erzeugung des für den Kaminofen notwendigen Kaminzugs und damit dem sicheren Abtransport der Rauchgase ins Freie.

 

Es können im Übrigen im Feuerungsraum des Kaminofens Holzscheite mit Abmessungen bis zu 40 cm Länge verwendet werden.
Unter Download haben wir für Sie das Anschlussschema für den wasserführenden Kaminofen bereitgestellt.